Wann ist ein Ombudsmannverfahren gegen den Versicherer oder die Bank zielführend ?

Als Versicherungsnehmer kann man in der Regel ein Ombudsmannverfahren einleiten, wenn man mit einer Entscheidung nicht einverstanden ist. Meist geht es hierbei um Leistungskürzungen oder die Deckung wird gleich ganz abgelehnt. Dasselbe gilt für Bankkunden, wenn sie aus ihrer Sicht überzogene Gebühren zahlen sollen.

Es stellt sich dann die Frage, ob man gleich klagt oder zunächst noch eine Einigung im Rahmen des Ombudsmannverfahrens versucht. Kosten für das Verfahren selbst fallen nicht an. Soweit sich der Versicherer einen Anwalt nimmt, muss dieser vom Versicherungsnehmer auch im Falle einer Niederlage nicht selbst bezahlt werden. Der Versicherungsnehmer muss nur seinen eigenen Anwalt zahlen. Im Falle eines Erfolges erklärt sich der Versicherer aber ggf. bereit, diese Kosten zu übernehmen. Dasselbe gilt für Banken.

Wie läuft das Verfahren ab ? Der Kunde muss zunächst alle Unterlagen einreichen und seine Beschwerde begründen. Dann geben der Versicherer bzw. die Bank eine Stellungnahme ab. Auf Grundlage der vorhandenen Unterlagen unterbreitet der Ombudsmann einen Vorschlag. Der Kunde kann dann überlegen, ob er den Vorschlag annimmt oder trotzdem vor Gericht klagt.

Durch das Ombudsmannverfahren kann häufig ein langer und zäher Rechtsstreit vermieden werden. In der Regel ist es daher für den Kunden zielführend, diese Schlichtungsmöglichkeit zu versuchen. Das gilt insbesondere dann, wenn der Streitwert nicht allzu hoch ist (weniger als 10.000 Euro). In bestimmten Situationen hilft das Ombudsmannverfahren aber nicht weiter. Gerade bei den sogenannten Widerrufsfällen hat es sich gezeigt, dass die Bank nicht auf den Vorschlag des Ombudsmannes hört, sondern es auf einen Rechtsstreit ankommen lässt.